Robert Elsie | NEWS  | AL ArtAL History | AL Language | AL Literature | AL Photography | Contact |

deutsch  Robert Elsie

Autor, Übersetzer, Dolmetscher, Albanologe

 

English   deutsch   shqip

 

Bücher  
Artikel
Interviews
Rezensionen

 

 Lebenslauf

 Kontakt


Webdesign J. Groß

Leo Freundlich: Die Albanische Korrespondenz:
Agenturmeldungen aus Krisenzeiten (Juni 1913 bis August 1914)

Herausgegeben von Robert Elsie,
mit einer Einleitung von Roswitha Strommer

Südosteuropäische Arbeiten, Bd. 144

ISBN 978-3-486-70716-8
Oldenbourg Verlag, Munich 2012
lxvii + 614 pp.

Ende November 1912 erklärte Albanien seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Obwohl im Zuge des Ersten Weltkriegs vorübergehend fast das ganze heutige Staatsgebiet von serbischen, montenegrinischen und griechischen Truppen okkupiert war, fand die Unabhängigkeit noch im Dezember 1912 die grundsätzliche Zustimmung der damaligen europäischen Großmächte. Die fort­bestehenden Gebietsansprüche und diverse Militär­aktionen der drei benachbarten Länder belasteten die Staatsbildung jedoch weiterhin. Viele Albaner lebten nun überdies unter schwierigen Bedingungen in den neuen Grenzen dieser Nachbarstaaten. Im serbisch gewordenen Bereich kam es zu Unruhen und Aufständen. Die 1912/13 installierten albanischen Regierungseinrichtungen wurden 1914 in einer Art Großmachtsprotektorat unter dem deutschen Fürsten Wilhelm zu Wied schrittweise auf- und durch mehr oder weniger stark international kontrollierte Institutionen abgelöst. Griechische Freischärler in Südalbanien und ein großer muslimisch konnotierter Aufstand in Mittelalbanien sorgten auch 1914 für Turbulenzen, ehe noch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Situation ein weiteres Mal von Grund auf änderte.

In dieser turbulenten Phase zwischen 1912 und 1914 übernahm der ehemalige sozialistische österreichische Reichsratsabgeordnete Leo Freundlich eine bedeutende Rolle bei der mitteleuropäischen "Neuentdeckung" Albaniens und der Albaner. Tag für Tag sammelte er ab 1913 neueste Nachrichten vom Unruheherd Balkan und verteilte sie an einen ausgesuchten Kreis von Empfängern. Diese trotz mancher Färbung im Detail durchaus glaubwürdige Albanische Korrespondenz diente damals vor allem als Orientierungshilfe für die österreichisch-ungarische Außenpolitik. Deren Akteuren bot Freundlich eine spannende Vielfalt an Informationen, die auch 100 Jahre später dem Leser zu neuen Einsichten in die kritischen Ereignisse rund um den albanischen Siedlungsraum kurz vor dem Ersten Weltkrieg verhelfen.

 

BACK

TOP